Naturdünger-Verwertungs GmbH

 

Die Naturdung-Verwertung eG Vechta wurde im März 1988 gegründet. Sie versteht sich als Selbsthilfeorganisation von Landwirten im Landkreis Vechta, die ihre betrieblichen Nährstoffüberschüsse überbetrieblich und übergebietlich verwerten müssen.

Im Vorfeld der Gründung haben intensive Beratungen zwischen dem Landvolkverband Vechta, dem Landkreis Vechta und den betroffenen Landwirten stattgefunden.

Da auch der Landkreis Vechta großes Interesse an der Lösung des Nährstoffüberschussproblems hatte, wurde der Genossenschaft für die ersten Jahre eine Anschubfinanzierung durch den Landkreis gewährt. Aus diesem Grund durften zunächst nur viehhaltende Betriebe aus dem Landkreis Vechta Mitglieder der Genossenschaft werden.

In den Jahren 1989 und 1990 baute die Naturdung-Verwertung eG im Rahmen der Dümmersanierung zusammen mit dem Land Niedersachsen, den Landwirtschaftskammern Oldenburg und Hannover sowie der Niedersächsischen Landgesellschaft eine Behälteranlage zur Lagerung von Gülle mit einem Gesamtvolumen von 8.000 m³.

Diese Anlage dient der überregionalen Verwertung der im Sanierungsgebiet angefallenen Überschussgülle und wurde vom Land Niedersachsen zu 100 % gefördert.

In den Jahren 1990 bis 1996 wurden zudem noch zwei Pilotanlagen des Landes Niedersachsen in Haverbeck und Hausstette zur Verwertung von Schweinegülle mit den entsprechenden Güllemengen beliefert, um so den reibungslosen Betrieb dieser Anlagen zu gewährleisten.

Im Jahr 1997 wurde dann die NDV Naturdünger-Verwertungs GmbH gegründet.

Dieser Schritt wurde nötig, da die Nachfrage auf Seiten der Lieferbetriebe als auch der Abnahmebetriebe von Jahr zu Jahr wuchs. Die Rechtsform der Genossenschaft war für kurzfristige Entscheidungen zu schwerfällig.

Gesellschafter der GmbH sind:

- der Landvolkverband Cloppenburg (30 %)
- der Landvolkverband Vechta (30 %)
- die Beteiligungsgesellschaft zur Verwertung
organischer Abfall- und Reststoffe für das
Oldenburger Münsterland mbH mit Sitz in Vechta
(40 %)

Die letztgenannte Gesellschafterin ist ein Zusammenschluss der vor- und nachgelagerten Bereiche der landwirtschaftlichen Urproduktion, d. h. Landhändler, Futtermittelhersteller, Lohnunternehmer, Stallausrüster, etc.

Mit dieser Konstruktion hat die GmbH eine Vielzahl von Interessen bündeln können.

Gleichzeitig wurde das Tätigkeitsfeld auf den Landkreis Cloppenburg erweitert.

Am 01. April 1997 wurde die Geschäftstätigkeit von der Genossenschaft nach und nach auf die GmbH übertragen.

Schwerpunkt der Arbeit ist nach wie vor die Lösung des Gülleproblems, aber auch Geflügelmiste aller Art können über die GmbH verwertet werden.

Die enge Zusammenarbeit mit den Genehmigungs- und Fachbehörden war von Anfang an ein wichtiges Anliegen von Genossenschaft und GmbH.

Diese Vorgehensweise und die Kontinuität in Vorstand und Geschäftsführung haben sich für alle Beteiligten mittlerweile gut bewährt.

Die NDV GmbH ist zunächst als Güllebörse in den Landkreisen Vechta, Cloppenburg und Osnabrück anerkannt. Nach Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung wird diese Anerkennung von der Landwirtschaftskammer Weser-Ems im Dezember 2001 auf ganz Niedersachsen ausgedehnt.

Die NDV GmbH erhält die Registrierungsnummer 03003 und ist damit die erste sog. Güllebörse mit niedersachsenweiter Anerkennung im Landkreis Vechta.

Seit dem 01. Februar 2009 ist die NDV GmbH Praxispartner im Rahmen des Vorhabens „Nordwest 2050“ im Teilbereich „Flächenkonkurrenzen“.

In diesem durch die Universität Oldenburg wissenschaftlich begleiteten Projekt geht es darum, wie sich Land- und Ernährungswirtschaft mittel- und langfristig auf Veränderungen des Klimas einstellen können bzw. müssen.

Des Weiteren arbeitet die NDV GmbH seit Ende 2009, ebenfalls als Praxispartner, im Projekt Bioenergieregion Südoldenburg mit. Auch hier geht es um das Problem der regionalen Nährstoffüberschussproblematik und die Frage, ob es eine Lösung über die Bioenergieschiene geben kann.

Auch in Zukunft wird sich die NDV Naturdünger-Verwertungs GmbH an Projekten beteiligen, die eine Entlastung im Hinblick auf die, z. Zt. wieder sehr angespannte, Nährstoffproblematik bringen könnten.